Beobachter

Ein Beobachter beobachtet und das was er beobachtet ist das Beobachtete. Klingt ziemlich banal, aber diese Erkenntnis hat weitreichende Konsequenzen. Denn wenn das was der Beobachter beobachtet das Beobachtete ist, dann heißt das, dass er den Beobachter (sich selbst) nicht beobachten kann. Der Beobachter ist der blinde Fleck. Und es gibt keine Möglichkeit irgendeine Wechselwirkung zwischen Beobachter und Beobachtetem zu beobachten. 

In den Wissenschaften werden dem Beobachter gerne alle möglichen Eigenschaften zugeschrieben, so auch die Vorstellung der Beobachtung eines Beobachters. Aber einen Beobachter kann man nicht beobachten, da er sich ja sonst vom Beobachteten unterscheiden müsste.

Des Weiteren ist die Frage, ob ein Beobachter das Beobachtete beeinflusst oder nicht, prinzipiell gar nicht beantwortbar, da der Beobachter nicht beobachtbar ist. Eine Beantwortung dieser Frage setzt voraus, dass eine Wechselwirkung zwischen Beobachter und Beobachtetem beobachtbar wäre und man entweder eine Beeinflussung feststellt oder nicht. Damit wäre aber der Beobachter in seiner Wechselwirkung mit dem Beobachteten beobachtbar und somit kein Beobachter mehr, sondern etwas Beobachtetes.

Ein Beobachter muss ein Bewusstsein haben, um eine Beobachtung zu machen. Bei einem Experiment muss der Beobachter entscheiden, welchen Teil der Beobachtung er als für das Experiment maßgebliches Ergebnis beurteilt. Ein Experiment ist also niemals eine Frage an die Natur, denn die Natur antwortet nicht und ein Messgerät ist kein Beobachter und eine Messung ist keine Beobachtung.

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