Wieso konnte sich in der Physik solange die Vorstellung halten, dass Objekte auch ohne Subjekte da sind und dass alle beobachteten Eigenschaften von Objekten auch da sind, wenn sie nicht beobachtet werden.
Wenn wir einen Gegenstand betrachten, dann wird er ein bestimmtes Aussehen haben. Wenn wir dann um diesen Gegenstand herumlaufen, dann wird er möglicherweise sein Aussehen verändern. Von der einen Seite ist er vielleicht grün, von der anderen Seite blau. Wir können jetzt mehrfach um den Gegenstand herumlaufen, mal linksherum, mal rechtsherum, jedes Mal wird der Gegenstand, von einer bestimmten Stelle aus gesehen, dasselbe Aussehen haben. Nachdem wir also ein paar Mal um den Gegenstand herumgelaufen sind, kennen wir sein Aussehen von allen Positionen und wissen schon im Voraus, wie er aussehen wird, wenn wir ihn von einer bestimmten Stelle aus betrachten. Es ist daher naheliegend anzunehmen, dass er an all diesen Stellen auch so aussieht, wenn wir ihn nicht betrachtet hätten.
Wenn wir in einem Straßencafé sitzen und ein Auto vorbeifahren sehen, dann haben wir den Eindruck, dass wir in Ruhe sind und das Auto sich bewegt. Wir können die Geschwindigkeit des Autos messen und feststellen, dass es sich mit 50km/h bewegt. Wenn wir selbst in einem Auto sitzen, das sich mit 50km/h bewegt und neben uns fährt ein anderes Auto mit derselben Geschwindigkeit, dann haben wir den Eindruck, dass sich das andere Auto relativ zu uns nicht bewegt. Dieser Eindruck ändert sich auch nicht, wenn wir beide mit 70km/h fahren oder beide stehengeblieben sind. Von meinem Auto aus sieht es so aus, als ob sich das andere Auto nicht bewegt, obwohl ich vom Straßenrand aus, den Eindruck hatte, dass es sich mit 50km/h bewegt hat. Wenn ich jetzt mit 70km/h fahre und das Auto neben mir mit 50km/h, dann habe ich den Eindruck, dass das andere Auto mit 20km/h rückwärtsfährt. Dieses Erlebnis kann ich für alle möglichen Geschwindigkeiten wiederholen und immer habe ich den Eindruck, dass die relative Geschwindigkeit eines Objektes von meiner eigenen Geschwindigkeit abhängt. Alle anderen Eigenschaften des anderen Autos scheinen davon unberührt. Die Farbe, die Karosserieform usw. ändern nicht. Auch hier ist es naheliegend anzunehmen, dass alle Eigenschaften von Objekten, außer ihrer relativen Bewegung sich nicht ändern.
Diese Annahme wird in der Physik dahingehend verallgemeinert, dass die Eigenschaften aller Objekte, wenn sie beobachtet wird, auch da gewesen wäre, wenn sie nicht beobachtet worden wäre. Die Eigenschaft, die man beobachtet, hängt dann nicht von der Beobachtung ab, sondern wird dem Objekt als Teil seines Wesens zugeordnet. Die beobachtete Eigenschaft gehört also dem Objekt und wird durch die Beobachtung lediglich zur Kenntnis genommen.
In der objektiven Welt der klassischen Physik haben Objekte die Eigenschaft, dass sie von verschiedenen Bezugssystemen aus zwar unterschiedlich aussehen können, dass aber eine Rückkehr zu einem zuvor eingenommenen Bezugssystem, die Objekte genau gleich erscheinen, wie zuvor. Man kann von einem Bezugssystem auf andere Bezugssysteme schließen und mathematisch exakte Transformationsfunktionen erstellen, die die Eigenschaften der Objekte in andere Bezugssysteme transformiert und die ich dann auch beobachten kann.
Dann kann man auch annehmen, dass Ort und Geschwindigkeit eines Objektes Eigenschaften des Objekts sind, ohne in Widerspruch zur Beobachtung zu kommen.
Das ist der Ausgangspunkt für Newtons Theorie der Mechanik. Objekte bewegen sich an sich und ihre wahre Bewegung ist die Bewegung im absoluten Raum. Auch wenn die beobachtete Bewegung eines Objektes von der Bewegung des Beobachters abhängt, so ist diese relative Bewegung mathematisch eine Transformation der wahren Bewegung im absoluten Raum in das Bezugssystem des Beobachters.
Dies Transformation heißt in der Physik Galilei-Transformation.
