Denken ist Sprechen mit sich selbst und wer nicht sprechen kann, kann auch nicht denken.
Daher kann man auch in der Regel die Frage „was hast du gerade gedacht“ stets beantworten. Man kann dem anderen problemlos sagen, was man gerade zu sich selbst gesagt hat, falls man es möchte. Das ist der Unterschied zum Fühlen oder Empfinden, wo nicht selbstverständlich Worte bereit stehen um die Frage „was fühlst du“ beantworten zu können. Selbst wenn man möchte, gelingt es nicht immer so einfach.
Nun ist Sprache nicht etwas, das der Mensch in sich trägt. Etwas mit dem er auf die Welt kommt. Sprache muss man lernen und zwar von anderen Menschen. Sprache ist also ein soziales Phänomen.
Und wenn Sprechen ein soziales Phänomen ist, und wenn man nur Denken kann, wenn man auch Sprechen kann, dann ist auch Denken ein soziales Phänomen.
Deshalb können weder Gehirne noch Computer denken.
Und René Descartes mit seinem berühmten „Ich denke, also bin ich“ hätte sich fragen können, wer ihm die Sprache beigebracht hat, in der er diesen Satz formulierte, anstatt zu glauben er könne an der Existenz aller Menschen zweifeln.
